Hopfenland-Rassegeflügel
(vormals Hopfenland-Alpakas)

Orpingtons - liebenswerte Federbälle mit Geschichte

Die Entstehung des Orpington

Das Orpington-Huhn stammt aus England, wo sich gegen Ende des 19. Jahrhunderts ein zur damaligen Zeit bekannter Züchter namens William Cook mit der Erzüchtung und Vermarktung eines Zweinutzungshuhnes befasste, das einerseits über eine gute Legeleistung und einen ordentlichen Fleischansatz verfügen sollte und entsprechend wirtschaftlich war, andererseits aber auch einen hohen Schauwert haben sollte, denn auch damals waren Ausstellungen schon sehr beliebt. Cook verwendete dazu Minorkas, schwarze Plymouth-Rocks sowie Langschan, um sowohl eine stattliche Größe als auch eine gute Legeleistung zu erreichen. Die so entstandene Rasse benannte er nach seinem Anwesen, „Orpington House“, schlicht „Orpington“.

Aus wirtschaftlichen Erwägungen heraus entstand zunächst der schwarze Farbschlag, zum einen, weil zur damaligen Zeit Tiere mit heller Haut als Fleischhühner gefragt waren, zum anderen, weil sich Tiere mit schwarzem Gefieder verhältnismäßig einfach und ohne Farbfehler nachzüchten ließen und damit auch erfolgreich auszustellen waren. Diese ersten Tiere erfüllten zwar beide Kriterien, wichen jedoch im Erscheinungsbild noch stark von den heutigen Orpingtons ab und waren auch noch sehr uneinheitlich, standen eher im Typ eines reinen Wirtschaftshuhnes.

Erst ein weiterer englischer Züchter, Joseph Partington, formte die Rasse durch Einkreuzen seiner Cochins in die heutige Richtung. Dadurch entstand erstmals die bis heute charakteristische Würfelform und das überaus üppige, glänzende Gefieder sowie der tiefe Stand. Diese Tiere waren auch massiger als Cooks Tiere, welche optisch noch sehr den zur Erzüchtung mit verwendeten Langschans ähnelten. Aber auch Cook erkannte, dass die von Partington geschaffene Variante als Ausstellungstier sehr gefragt und gut zu vermarkten war und stellte seine Zucht ebenfalls in diese Richtung um. Gut zwanzig Jahre nach der Entstehung trat die Rasse ihren Siegeszug dann auch in Deutschland an, wo sie sich bis heute großer Beliebtheit erfreut.

 Rassemerkmale und Farbschläge

Charakteristisch für Orpingtons ist die Würfelform, ein großer, kräftiger Körper mit breiter Brust und einem gut entwickelten Bauch sowie ein üppiges Gefieder. Der Hahn erreicht ein Gewicht von bis zu 4,5 kg, die Henne wird bis zu 3,5 kg schwer. Die Legeleistung liegt bei ca. 180 Eiern im Jahr. Orpingtons sind Winterleger und verfügen auch über einen ausgeprägten Bruttrieb, sie ziehen ihre Küken in der Regel sorgsam und zuverlässig auf.

Orpingtons gibt es heute in derzeit 12 Farbschlägen. Nachdem in der Anfangszeit zuerst der schwarze Farbschlag entstanden ist, kamen recht schnell weitere Farben hinzu, zunächst weiß und der bis heute am häufigsten gehaltene gelbe Farbschlag. Später kamen weitere Farbschläge hinzu wie porzellanfarbig, blau oder auch gestreift. Einer der jüngsten Farbschläge ist rebhuhnfarbig-gebändert, der neueste derzeit anerkannte Farbschlag (seit 2019) ist der Kennfarbige.

Heute existieren folgende anerkannten Farbschläge: Gelb, schwarz, weiß, rebhuhnfarbig-gebändert, blaugesäumt, birkenfarbig, gelb-schwarzgesäumt, Schwarz-weißgescheckt, gestreift, rot, braun-porzellanfarbig und kennfarbig. Die Farbschläge schwarz und gelb gibt es auch in einer rosenkämmigen Variante. Neben den in Deutschland offiziell anerkannten Farbschlägen gibt es noch einige weitere sehr interessante Varianten wie silber-schwarzgesäumt (derzeit im Sichtungsverfahren), splash oder auch perlgrau („lavender“) und schoko. 

Eigenschaften

Orpingtons sind sehr ruhige Hühner mit einem freundlichen und überaus zutraulichen Wesen. Sie fliegen nicht, sodass auch eine niedrige Einzäunung ausreicht, um sie in einem bestimmten Bereich zu halten. Aufgrund ihres üppigen Gefieders sind sie nicht sehr wetterfest und benötigen einen trockenen und zugfreien Stall, den sie jederzeit aufsuchen können. Aufgrund ihrer Größe benötigen Orpingtons ausreichend Platz, auch die Legenester sollten der Größe angepasst sein. Orpingtons fliegen in der Regel nicht zum Schlafen auf eine Stange sondern bleiben am Boden, weshalb dieser stets sauber und trocken eingestreut sein muss. Auch der Auslauf sollte stets sauber gehalten werden. Da Orpingtons eher gemütliche Zeitgenossen sind, scharren sie weitaus weniger als andere Rassen und schonen damit die Grasnarbe, dadurch ist es relativ einfach, den Tieren stets einen schönen, grünen Auslauf zu erhalten.

Bei starkem Regen, Schnee oder dauerhalft nasskaltem Wetter sollten die Tiere im Stall bleiben, da sie aufgrund des üppigen und recht lockeren Gefieders sowie des tiefen Standes schnell durchnässen und es dann sehr lange dauert, bis sie wieder trocken sind. Nicht zuletzt aus diesem Grund muss der Stall stets groß genug sein, um den Tieren auch bei ungünstiger Witterung bzw. im Winter oder auch bei einer evtl. Stallpflicht ausreichend Raum zu bieten.

Auf den nachfolgenden Seiten stellen wir die von uns gehaltenen bzw. gezüchteten Farbschläge vor.